Heiliger Hubertus hilf!

Die Hubertuslegende steht im Mittelpunkt vieler Hubertusmessen, die in diesen Tagen um den 3. November in heimischen Gotteshäusern gefeiert werden. In der Hubertuskapelle in Haintchen, der einzigen Hubertuskapelle im katholischen Bezirk Limburg, brennen an diesem Tag zu Ehren des Schutzpatrons der Jäger und Schützen die Kerzen.

Gerade die Erhaltung des jagdlichen Brauchtums findet sich in der heutigen Zeit besonders in der Jagdmusik wieder. Die Jagdhornklänge der Hubertusmesse erinnern an vergangene wilde Jagden. Die weichen und leisen Solostellen hingegen geben aber auch Zeugnis von einem tiefen und andächtigen Glauben an Gott und seine Schöpfung. Bei ihren Bemühungen, die Jagd für die Öffentlichkeit in Akzeptanz zu bringen, sind vor allem die „Jagdhornbläsergruppe Goldener Grund“, die Jagdhornbläser des Jagdklubs Limburg und der Jägervereinigung Oberlahn, aber auch die Jagdhornbläser der Jägerschule Diana besondere Vermittler für Jagd und Brauchtum.
Hubertus ist ein Heiliger, dessen Lebensgeschichte, wie sie uns heute überliefert wird, von zahlreichen Legenden durchsetzt ist. Kaum jemand denkt bei der Nennung seines Namens daran, dass dieser Hubertus ein Bischof war, der viel für die Verbreitung des Christentums getan hat. Aber jeder weiß, dass dieser Hubertus der Patron der Jäger, Forstleute und Schützen ist und dass ihm zu Ehren um seinen Gedenktag die traditionellen Hubertusmessen und Hubertusjagden stattfinden.

Nachdem der Heilige Ägidius in der katholischen Pfarrkirche in Obertiefenbach und der heilige Eustachius in den Kapellen in Steinbach und Beselich als Jagdheilige verehrt werden, hat der Schützenverein Hubertus Haintchen bereits im Jahre 1992 anlässlich seines 25 jährigen Bestehens eine Hubertuskapelle aus Natursteinen mit einer Wildfütterung und einem Holzschindeldach am Waldrand errichtet. Ein Relief aus italienischem Sandstein im Inneren, das von dem Bildhauer Walter Schmidt aus Villmar geschaffen wurde, zeigt den Heiligen, der vor einem Hirsch niederkniet. Das Kreuz zwischen den Stangen des Geweihs gilt als Mahnung, mit Gottes Schöpfung sorgsam umzugehen.

Die Einsegnung der Kapelle wurde damals von Bezirksdekan Alois Staudt und dem Haintchener Pfarrer Hans Joachim Schwientek vorgenommen. „Die Kapelle soll als eine lebendige Predigt, eine Insel der Gottzugehörigkeit der Schöpfung und als ein Zeichen des Glaubens gewertet werden“, sagte der Bezirksdekan in seiner Hubertuspredigt.
Zum 50 jährigen Bestehen des Schützenvereins soll wieder vor der Kapelle eine Hubertusmesse im Freien zusammen mit der Jagdhornbläsergruppe Goldener Grund, der heimischen Jägerschaft und einigen Salutabteilungen der befreundeten Schützenvereine gefeiert werden. (rf)