Erste Hilfe beim Jagdhund

Nicht nur die Jäger waren zur Frühjahrsversammlung der Hegegemeinschaft V Taunus ins Schützenhaus nach Haintchen gekommen, manche hatten auch ihre Jagdhunde mitgebracht. Denn im Mittelpunkt des Abends stand ein Vortrag über „Erste Hilfe beim Hund“, und so warteten ein Rauhaardackel, zwei Deutsche Wachtelhunde und ein Weimaraner geduldig, bis sie im Mittelpunkt des Geschehens standen.

Tierärztin Dr. Ruth Gilberg, die im vergangenen Jahr den Ausbildungslehrgang für Jungjäger an der Jägerschule Diana erfolgreich abgeschlossen hat, gab den Jägern im theoretischen Teil ihres Vortrags wichtige Hinweise über Erkrankungen der vierbeinigen Jagdkameraden, wie sie bei der Jagdausübung vorkommen können und zeigte auf, was beim ersten Telefongespräch mit einem Tierarzt zu beachten ist. Auch empfahl sie den Jägern eine Erste-Hilfe-Ausrüstung, ein Behältnis, in dem neben Mullbinden, Pflaster, Pinzetten und Kühlbeutel auch einige notwendige Medikamente gehören, bei der Jagd mitzuführen. Bei Fremdkörpern im Auge und im Ohr sei besondere Vorsicht geboten, so Ruth Gilberg, die in Hadamar in einer Praxis für Kleintiere und Pferde arbeitet; hier soll möglichst schnell ein Tierarzt aufgesucht werden. Dies gelte auch für Insektenstiche; hierbei muss zwischen einer direkten Giftwirkung und einer allergischen Reaktion unterschieden werden.

Anhaltende körperliche Aktivität, Wärmebelastung und eine unzureichende Wasserzufuhr können leicht zu Kreislaufstörungen bis hin zum Schock führen. Bei der Hitzeerschöpfung handelt es sich um eine ernste Kreislaufstörung, die rasch in einen Hitzschlag übergehen kann.

Bei Hautverletzungen müssen bei der Wundbeurteilung eine Vielzahl von Faktoren berücksichtigt werden. Hier übernehmen fachgerechte Verbände eine wichtige Funktion, sie dienen der Blutstillung, dem Schutz vorm Belecken der Wunde, der Ruhigstellung und Stabilisierung und somit der Schmerzlinderung und der Verhütung weiterer Schäden. Auch bei Knochenbrüche sollte der Jäger in der Lage sein, Erste Hilfe Maßnahmen einzuleiten.

Danach hatten die Hundebesitzer ausreichend Gelegenheit, vor allem die Wundversorgung im Rahmen der Ersten Hilfe zu üben. Die Jagdhunde zeigten sich geduldig und ließen sich Verbände anlegen wie Druckverbände, Gliedmaßenverbände, Pfotenverbände aber auch Rumpfverbände und Rutenverbände. Auch erfuhren die Jäger, dass es von Bedeutung, ist, die Normwerte des Hundes wie Atmung, Puls und Temperatur während einer solchen Behandlung ständig zu kontrollieren. Der Vorsitzende der Hegegemeinschaft Taunus, Dr. Rüdiger Fluck, dankte der Referentin im Namen der Mitglieder für den informativen Vortrag, vor allem aber für die praktischen und anschaulichen Demonstrationen zur Ersten Hilfe beim Jagdhund. (rf)